aktualisiert: 29.06.2012 18:35 Uhr
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HAIFA
Irritationen über „Miss Holocaust“
Gratwanderung auf dem Laufsteg: 79-Jährige siegt bei Wettbewerb in Israel
Der Schönheitswettbewerb, der Donnerstagabend in einem Einkaufszentrum in Haifa abgehalten wurde, war fast wie jeder andere: Er wurde von einer Kosmetikfirma gesponsert, die 14 Damen, die es in die Endrunde geschafft hatten, stolzierten geschminkt und selbstbewusst lächelnd in ihren Abendkleidern auf dem roten Teppich vor einem aufgeregt klatschenden Publikum hin und her. Eine Krone stand bereit, um der Siegerin übergeben zu werden. Dennoch war spätestens in dem Augenblick, in dem der Conférencier seine Fragen stellte, klar, dass es sich um einen außergewöhnlichen Wettbewerb handelte: Die Damen auf der Bühne waren alle zwischen 74 und 97 Jahre alt. Und sie alle hatten die Schrecken des Völkermordes der Nazis an sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg überlebt.
Immer wieder wurde es still, wenn die Frauen auf der Bühne von ihrem Schicksal erzählten: Die letzten Augenblicke, in denen sie Familienangehörige gesehen hatten, über den Hunger oder die schmerzhafte Trennung von ihren Müttern. Als die Ankündigungen für den Wettbewerb um die Miss Holocaust im Internet veröffentlicht wurden, dachten viele anfangs, es handle sich um einen schlechten Witz. „Warum lässt man sie nicht einfach ihre Geschichte erzählen, ohne auf einen billigen Gimmick zurückzugreifen?“, kommentierte ein Artikel. „Was ist der nächste Schritt: eine Big Brother Show in Auschwitz?“, fragte ein anderer. Andere Sprecher von Holocaustverbänden nannten die Idee „makaber“ oder „fürchterlich“. Schimon Sabag, der Veranstalter des Wettbewerbs, wies die Kritik zurück. Dem Publikum solle klargemacht werden, dass „auch Holocaustüberlebende Frauen sind, die sich selbst feiern, Spaß haben und gut leben wollen.“
Rund 198 000 Holocaust-Überlebende leben noch in Israel, doch ihr Zustand ist oft bedauerlich. Laut einer Studie leidet die Hälfte dieser Menschen, von denen viele alle Angehörigen im Krieg verloren, unter Vereinsamung. Ein Viertel ist für die Lebensmittelversorgung auf Spenden angewiesen. Etwa 60 Prozent benötigen Hilfe, um alltäglichen Erledigungen nachzugehen. Doch das ist etwas, über das man in Israel nur selten spricht.
Die Siegerin, die 79 Jahre alte Hava Herschkovitz, hatte deswegen einen ganz uneigennützigen Beweggrund, am Wettbewerb teilzunehmen: „Ich wollte die schwere Lage der Überlebenden auf die Tagesordnung setzen. Ich bin froh, dass uns das gelungen ist“, sagte sie und erklärte ihre Lebensphilosophie: „Wir haben überlebt, neue Familien gegründet, sind sogar gesund und sehen für unser Alter gut aus. Das ist unsere Rache.“
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schonda (1382 Kommentare) am 01.07.2012 17:11
Immer das Gleiche...Das nennt man "Die Holocaust-Industrie" (lt. Finkelstein) ! Kasse machen mit Holocaust um jeden Preis ! Anzumerken ist : "Solange das ein Jude macht bleibt es ja folgenlos"Wenn wir Deutsche den Mund aufmachen ... oh jeh .. da wäre der ZentralRat eine Woche lang auf allen Titelseiten am schreien ! Aber mit Geld sind die ja schnell zu beruhigen.. ZensurReminder
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