aktualisiert: 16.06.2012 12:02 Uhr
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SCHWEINFURT
SKF-Beschäftigte legen Arbeit nieder
Kommunikationspanne: Belegschaft aufgeschreckt durch Mitteilung der Zentrale über Stellenstreichung
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Unruhe bei SKF: In den Werken II und III haben die Beschäftigten am Donnerstagmorgen spontan die Arbeit niedergelegt. Sie waren aufgeschreckt durch eine Mitteilung der SKF-Zentrale an die Presse, dass 400 Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Management musste sie beruhigen, dass diese Zahl nicht 2012, sondern bis 2015 erreicht werden soll – durch freiwillige Abfindungsangebote und zusätzliche Anreize für Altersteilzeit.Foto: Laszlo Ruppert
Am Donnerstagmorgen haben die SKF-Beschäftigten der Werke II und III von 9.30 bis 13.15 Uhr die Arbeit niedergelegt und von der Geschäftsführung Auskunft über die Pläne zur Reduzierung von 400 Stellen gefordert, die die SKF-Zentrale in Schweden am Mittwoch in einer Quartalsmitteilung bekannt gegeben hat. Geschäftsführer Manfred Neubert wurde in der überfüllten Kantine „angepfiffen“. Er musste höchst verunsicherte Mitarbeiter beruhigen, die nur zwei zuvor Tage über 140 abzubauende Stellen informiert worden waren und jetzt in Agenturmeldungen von 400 Stellen lasen.
Der Unterschied: Die 140 Stellen beziehen sich auf das Jahr 2012, die 400 Arbeitsplätze auf den Zeitraum bis Ende 2015. Beide Zahlen stimmen, wie Neubert vor den Mitarbeitern erklären musste und der Betriebsratsvorsitzende Norbert Völkl wie auch der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Peter Kippes, auf Anfrage bestätigen. Nur ist das aus der Agenturmeldung so nicht hervor gegangen: Von 400 statt 140 Stellen war dort die Rede – und die Belegschaft entsprechend elektrisiert.
Wenig amüsiert war der Betriebsrat darüber, dass er über die Verbreitung der Stellenabbaunachricht durch das schwedische Management überhaupt nicht informiert war. Er befand sich gerade in einer Betriebsratsversammlung, als er vom „wilden Streik“ im Werk II erfuhr und hat die sofort unterbrochen, um zu den Kollegen in die Kantine zu eilen, wo SKF-Chef Neubert schließlich Rede und Antwort stehen musste.
Was Neubert dann offenbarte, ist nichts Neues und war Betriebsrat und Gewerkschaft hinreichend bekannt, weil diese es mit der SKF GmbH monatelang ausgehandelt hatten: Den Versuch eines Abbaus von 140 Stellen in 2012 sowie bis zu 400 Stellen bis Ende 2015 auf rein freiwilliger Basis: Durch Abfindungsangebote sowie zusätzliche Förderung der Altersteilzeit. Mitarbeitern der Geburtsjahrgänge 1950 bis 1955 wird angeboten, 80 Prozent des Rentenabschlags, der bei vorzeitigem Ausscheiden entsteht, über die SKF-Rente auszugleichen. Abfindungsangebote und vorgezogene Altersteilzeit will sich das Unternehmen bis zu 20 Millionen Euro kosten lassen.
Seit 8. Mai läuft die Frist, in der sich die Kollegen für diese Angebote verbindlich entscheiden können, sagt Völkl auf Nachfrage, und sie endet am 31. Juli. Wie viele davon Gebrauch machen, kann er nicht einschätzen.
Für IG-Metall-Chef Peter Kippes ist eines wichtig: „Von den vereinbarten Zahlen wird keinen Millimeter abgewichen und betriebsbedingte Kündigungen finden nicht statt.“ Unter dem Vorbehalt der Freiwilligkeit sei das vereinbarte Angebot zum Abbau des Personalüberhangs eine „vorbildliche Lösung“. Was die schwedische Konzernspitze über eine Quartalsmitteilung verkündet hat, ist schon seit längerem in trockenen Tüchern, und zu dem Thema hat es zwei gut besuchte Betriebsversammlungen gegeben.
Um so ärgerlicher muss dem Management die Kommunikationspanne erscheinen, die so viel Verwirrung gestiftet hat, dass die Beschäftigten spontan die Arbeit niederlegten. Neubert habe eingeräumt, „dass er die Folgen der Veröffentlichung des Stellenabbaus falsch eingeschätzt habe. Seitens des Unternehmens bestätigt Pressesprecherin Zafire Kameraj auf Anfrage die „spontane“ Informationsveranstaltung.
Warum ist ein Stellenabbau nötig? SKF sei nicht so gut durch die Krise gekommen wie Schaeffler, so Kippes. Völkl bestätigt: „Wir sind mit dem Anspruch durch die Krise, dass niemand gehen muss, das haben wir nicht geschafft.“ Es mangle in einigen Bereichen an Aufträgen. Seit der Kurzarbeit sei der Freitag ein „Schließungstag“, an dem nicht gearbeitet wird. Groß- und Gleitlager liefen ordentlich, die beiden großen Bereiche Kegel- und Zylinderrollenlager seien das Problem, sagt Völkl. Nun muss sich zeigen, ob der Personalüberhang mit Geld gelöst werden kann.
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»Alle 18 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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wanderfreund (125 Kommentare) am 15.06.2012 12:26
An mppthiVon euch kommt doch immer das gleiche Gschmarri, die Gewerkschaft sind wir und nicht die Funktionäre. Ihr lernt des nie! Wahrscheinlich sind Sie auch einer der nicht in der Gewerkschaft ist und sich bei jeder Tariferhöhung freut das er mehr Geld bekommt, aber immer schö gemeckert, Euch ghört nix! Zukünftig sollten nur die IGM ler die Tariferhöhung bekommen. Schaut wo Ihr bleibt Ihr Trittbrettfahrer! |
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mppthi (440 Kommentare) am 15.06.2012 23:45
an Wanderfreundhast echt einenen geistreichen kommentar geschrieben !!Müßte eigentlich der Dümmste Gewerkschaftler Angestellte und Arbeiter kapieren der in der underen Lohnklasse ist das er bei jeder Lohnerhöhung nach Prozenten weniger hat???? |
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KuSKom (243 Kommentare) am 15.06.2012 04:37
Kampf um jeden Arbeitsplatz Weltweit !Es ist richtig das die SKFler gestreikt haben denn so eine Entlassungszahl kann fast jeden der bei SKF arbeitet treffen.Und warum gibt es eigentlich Neider hier gegenüber den noch Beschäftigten von SKF. Ja die SKFler haben meist mehr in Ihrer Lohntüte am Monatsende als andere Beschäftigte in Schweinfurt, aber dieses haben Sie sich schwer erkämpft mit der Organisiertheit in der Gewerkschaft und guter Leistung die man an den hohen Verkaufswerte Ihrer Ware erkennen kann, durch die die Aktionäre und Geschäftsführung auch hohe Monatseinkommen hatten, ja auch bei SKF gab es Arbeitsdruck und Kurzarbeit mit Einkommenskürzungen. SKFler haben auch sich bei den Streiks z.B. Husqvarna und Siemens beteiligt. Also auch Solidarität geübt! Klar wer gemeinsam Kämpft kann gewinnen, und wie man bei Paketzustellern mit den Bericht Wallraff sieht wer nicht kämpft bleibt unten und wird mit irrtümlichen Fracen vom gemeinsamen Kampf abgehalten, der Gegenseite (Unternehmen) freut es. Wer hier so Unternehmer |
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KuSKom (243 Kommentare) am 15.06.2012 04:39
zweiter TeilWer hier so Unternehmer freundlich und als Neider schreibt, kann eigentlich nur Millionär oder Unternehmer sein ! Kollege -erstmal nachschauen wo man steht und gemeinsam Kämpfen, ich wünsche den Kollegen von SKF viel Erfolg um jeden Arbeitsplatz Weltweit bei SKF und wünsche den Rest die Kraft zu haben bei sich ebenfalls für Verbesserungen zu kämpfen! Den jeder Arbeitsplatz bei SKF hilft auch für eine Übernahme nach der Ausbildung statt auf der Straße zu sitzen so auch der Wirtschaftskraft in der Unterfränkische Region!Mindestlohn, Tariflohn, 30Std./Woche bei vollen Lohnausgleich weltweit! |
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MrsBurns (1495 Kommentare) am 15.06.2012 11:26
30Std./Woche bei vollen Lohnausgleich weltweit!Ja ist den heut schon Weihnachten (Franz Beckenbauer d. Verfasser)Hoffentlich erlebe ich das noch!!!!!!!!!!!!!!!!
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