publiziert: 14.10.2010 16:10 Uhr
aktualisiert: 14.10.2010 16:12 Uhr
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„Ich dachte zuerst ans Spaßtelefon“

Bayern 1-Aktion: Sozialwerk kauft von seinem 7000-Euro-Gewinn eine Hobelmaschine
  • Freuen sich über die neue Maschine (von links): Samuel Müller, Karlheinz Herda, Gerhard Lipfert, Roland Süß, Schreiner Frank Wölfing, Schreinerei-Mitarbeiter Michael West, Arbeitstherapie-Leiter Klaus Albert und Schreinerei-Beschäftigter Josef Pauli.ALFRED KORDWIG
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„Ich dachte erst, da ist einer vom Spaßtelefon dran.“ Klaus Albert, im Salem-Dorf in Höchheim Leiter der Arbeitstherapie, erinnert sich noch gut an den Anruf aus München, in dem ihm ein Mitarbeiter von Bayern 1 mitteilte, dass die Hörer des Senders mithelfen wollen, einen möglichst hohen Betrag für die Werkstatt-Einrichtung in Höchheim in Form von Spenden zusammenzubringen.

Kurz zuvor hatte Albert von der Aktion „Helfen gewinnt“ im Radio gehört und sich spontan gemeldet. Dass das Sozialwerk Salem-Höchheim tatsächlich Nutznießer des Gewinnspiels sein würde, war spätestens dann klar, als ein Radiomitarbeiter in Höchheim auftauchte und ein kurzes Interview führte. „Dabei ging es auch darum, was mit dem Gewinn angeschafft werden soll“, so Albert. „Und da bei uns kurz zuvor die alte Hobelmaschine kaputt gegangen war, lag es auf der Hand, mit dem Geld eine neue zu kaufen.“

Stattliche 7000 Euro spendeten die Bayern 1-Hörer, weitere 1000 Euro steuerte die Firma Kirchner aus Gerolzhofen bei, die Salem schon lange unterstützt, so dass am Ende 8000 Euro für den Kauf einer hochmodernen und fast neuen Hobelmaschine zur Verfügung standen. Am Mittwoch wurde das Gerät geliefert und im Beisein der beiden Salem-Geschäftsführer Gerhard Lipfert und Samuel Müller, Sohn des vor etwas mehr als einem Jahr verstorbenen Salem-Gründers Gottlieb Müller, an Klaus Albert übergeben. Lipfert dankte dabei nicht nur dem Bayerischen Rundfunk für seine Spenden-Aktion, sondern auch Roland Süß als Vertreter der Firma Kirchner und Karlheinz Herda, Inhaber der Nix & Zinn OHG aus Ostheim. Herda unterstützt Salem seit Jahrzehnten, indem er kostenlos Holzwerkstoffe für die Schreinerei des Salem-Dorfes zur Verfügung stellt. Was in der Schreiner-Werkstatt alles angefertigt wird, darüber informierte Klaus Albert bei einem Rundgang über das Salem-Gelände, auf dem rund 50 Menschen leben, darunter eine Abteilung mit körperlich und geistig Behinderten, die sich neben der Holzbearbeitung auch der Landwirtschaft und einer Bio-Gärtnerei widmen. „Die Schreinerei ist wichtiger Teil unserer Beschäftigungstherapie“, meinte Albert, der darauf hinwies, dass Salem einer der größten Hersteller von Holznistkästen überhaupt ist. Neben diesen Bruthilfen bauen die Beschäftigten in der Schreinerei Kleinmöbel wie Schemel oder Hocker und Spielzeug, was mit der neuen Hobelmaschine jetzt noch leichter von der Hand gehen wird.

Wohngruppen im Salem-Dorf

Im Salem-Dorf in Höchheim leben seit Beginn der 1970er Jahre Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, darunter auch leicht geistig behinderte Menschen. In die Wohngruppen für Jugendliche kommen insbesondere junge Leute, die vor der Schulentlassung stehen und deren Situation die Aufnahme eines normalen Arbeitsverhältnisses noch nicht zulasst. Das Sozialwerk Salem-Höchheim untersteht der Hauptgeschäftsstelle von Salem International in Stadtsteinach.

Von unserem Redaktionsmitglied Alfred Kordwig
    
    

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