publiziert: 27.06.2012 15:36 Uhr
aktualisiert: 29.06.2012 12:02 Uhr
» zur Übersicht Hassbergkreis
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text HOFHEIM
Die Jagd nach dem weißen Gold beginnt

Firma Knauf lädt die Bevölkerung zu einer Informationsveranstaltung zum geplanten Gipsabbau ein

Seit Jahren schwappt ein Thema immer wieder hoch: der Abbau des unterirdischen Gipsvorkommens östlich von Hofheim. Nun scheint es sich zu konkretisieren. Die Firma Knauf aus Iphofen hat in diesem Frühjahr der Stadt Hofheim signalisiert, dass man in die konkrete Planung für einen oberirdischen Abbau des Rohstoffs einsteigt. Am Mittwoch, 4. Juli, wird um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Gaststätte Burgblick stattfinden.

Im März 2010 hatte die Firma Knauf die Beschaffenheit des bekannten Gipsgürtels bei Hofheim genauer untersucht und insgesamt elf Bohrungen in der Flur niedergebracht. Das Vorkommen erstreckt sich auf einer Breite von etwa einem Kilometer und einer Tiefe zwischen zwei und acht Metern von Ostheim bis nach Reckertshausen. Auf etwa 100 Hektar werden zehn Millionen Tonnen Gips vermutet.

Bürgermeister Wolfgang Borst sagte am Mittwoch in einem Gespräch mit dieser Zeitung, er habe angesichts verschiedener Befürchtungen in der Bevölkerung auf diese Informationsveranstaltung gedrängt. Neben Matthias Reimann, zuständig für die Rohstoffsicherung bei Knauf, werde auch der Chef des Bergamtes Nordbayern, Christopher Dammer, kommen. Bei der Versammlung sollen alle Fragen, die in den vergangenen Bürgerversammlungen aufgeworfen worden waren, geklärt werden. Bedenken aus der Bevölkerung betreffen eine mögliche Grundwasserabsenkung, Belästigungen durch die Sprenggeräusche, durch Staub und Lkw-Verkehr, und die Qualität der Böden nach dem Abbau und der Neuverfüllung.

Inzwischen hat Borst von Knauf die Information erhalten, dass die Firma plant, im Bereich von Ostheim nördlich der B 303 bei der Abfahrt nach Goßmannsdorf mit dem Abbau zu beginnen. Damit würden keine Ortschaft durch den Lkw-Verkehr tangiert. Laut Knauf werden im Schnitt sieben Lkw pro Tag vom Haßgau nach Iphofen fahren. Wie ausführlich berichtet, muss man sich den Gipsabbau wie eine langsam über die Landschaft wandernde Baustelle vorstellen. Die offene Wunde in der Landschaft ist jeweils etwa zwei Fußballfelder groß. Ist der Gips abgebaut, wird die Fläche verfüllt und steht der Landwirtschaft wieder zur Verfügung. Weil Knauf Ausgleichsflächen schaffen muss, ist es auch denkbar, dass in der ausgebeuteten Abbaufläche kleinere Biotope angelegt werden. Die benötigten Flächen werden von Knauf entweder gekauft oder auf fünf Jahre angepachtet mit entsprechend hoher Entschädigung. Die Knauf Gips KG ist ein Hersteller von Baustoffen aus Gips, Dämm- und Isolierstoffen, bauchemischen Produkten, Formteilen und Verpackungen sowie Baumaschinen. Das Unternehmen betreibt weltweit mehr als 150 Werke und beschäftigt über 20 000 Mitarbeiter. Firmensitz ist Iphofen im Landkreis Kitzingen.

Den Abbau von Bodenschätzen regelt das Bundesberggesetz. Demnach behält sich der Staat das Recht der Ausbeutung vor, jedoch hat der Grundeigentümer Anspruch auf Entschädigung, wenn er sein Grundstück abtreten muss. Das bedeutet, im Falle des Gipsabbaus rund um Hofheim könnten Grundstückseigentümer dazu gezwungen werden, den Abbau zuzulassen.

In der Praxis kommt aber nach Auskunft von Reimann ein bergrechtliches Verfahren selten vor. Er erinnert sich an nur einen Fall, wo ein Landwirt partout den Gipsabbau nicht zustimmen wollte. Aber auch da kam es zu keinem verordneten Vollzug, sondern die Firma Knauf habe das betreffende Grundstück ruhen lassen und den Gips um das Grundstück herum abgebaut.

    
Mehr zum Thema Geplanter Gips-Abbau rund um Hofheim
 Hassbergkreis  Gipsabbau: Fluch oder Segen?  »mehr
 Hassbergkreis  Gipsabbau sorgte für „Wallung“  »mehr
 Hassbergkreis  Zehn Millionen Tonnen Gips  »mehr
 Hassbergkreis  Bürgerversammlung: Gips und sonst nix  »mehr
 Hassbergkreis  Gips-Vorkommen: Kommt nach Hofheim bald der Bergbau?  »mehr
    

Klaus Vogt
    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

reutjo (1974 Kommentare) am 28.06.2012 18:56

so wird es kommen .....: " Sobald ...

das Geld im Kasten klingt, ...... der Gips von alleine auf die Lkw's springt !"
(0)
mayer1 (157 Kommentare) am 28.06.2012 10:48

Einladung nach Iphofen

Als Bewohner des Landkreises Kitzingen lade ich alle Hofheimer und Nachbarn ein, sich mal in Iphofen und Umgebung umzuschauen. Sie werden dann selbst feststellen, daß der Gipsabbau völlig unspektakulär ist. Ohne lokale Hilfe werden sie die meisten Gipssteinbrüche gar nicht finden.
(2)
Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist abgelaufen. Sie können daher keine Beiträge zu diesem Artikel verfassen.
    
Anzeige
    

Baby-Galerie 

Die Jüngsten
Hier begrüßen wir die jüngsten Bewohner des Landkreises Haßberge. »mehr
    
    

Hassgau-Blues 

Zum Anhören
Eine Ode an den Haßgau - fast schon Kult. »mehr
    
Anzeige
    

Stadtkultur Schweinfurt 

Theater, Kabarett,
Kunst und mehr
Die Stadt Schweinfurt hat kulturell eine ganze Menge zu bieten. »mehr
    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Grüsse aus der Region 

Kostenlose Grußkarten
Senden Sie Ihren Freunden und Bekannten eine elektronische Grußkarte aus der Region, auch Tiere! »mehr
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr